Travel Diary: Hamburg



„Moin, Moin“, oder wie fängt man am besten unser Travel Diary über Hamburg an?

Vor zwei Wochen verbrachten wir das Wochenende in der norddeutschen Hansestadt und haben uns gleich ein bisschen in Hamburg verliebt.

Über das Wetter im hohen Norden lässt sich streiten, aber alles andere ist wirklich sehr nett und beeindruckend. Aber dazu später mehr.


Anreise

Am Freitag nach der Arbeit fuhren wir direkt zum Flughafen. Die Flugzeit Wien-Hamburg beträgt eine gute Stunde und wenn man rechtzeitig bucht kann man auch wirklich günstige Flüge ergattern.


Optimistisch wie ich bin, verstaute ich einen Sweater im Koffer und flog kurzärmlig in den Norden Deutschlands. Immerhin hatte es in Wien 33 Grad. Also wie kalt konnte es eine Flugstunde entfernt von zuhause schon sein. Tja … da hatte ich mich wohl richtig geirrt und wieder mal nicht auf Thomas hören wollen. (Aber wie oft haben Männer auch recht? ;) ) Noch bevor wir zur U-Bahn gingen wühlte ich meinen Sweater aus dem Koffer und zog ihn mir über.


Vom Flughafen fährt man um 3,20 Euro pro Kopf in 20 Minuten in die Innenstadt. Unser Hotel, das Arcotel Rubin, lag 10 Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Eigentlich kein weiter Weg, wenn es nicht geregnet hätte. Eine Stunde in Hamburg und bereits Bekanntschaft mit dem typischen Hamburger Wetter gemacht: „toll, dass kann ja lustig werden“, dachten wir uns.

Vom Hunger getrieben, gingen wir die paar Minuten dann doch noch einmal zurück in die Stadt. Vom Hotel wurde uns ein sehr netter Italiener namens Prego empfohlen. Da es für uns Österreicher etwas unverständlich ist, wie man bei Regen und Kälte draußen sitzen kann, belegten wir einen Tisch drinnen. Dass alle Fenster und Schiebetüren im Restaurant offen standen, störte scheinbar nur uns.


Tag 1: Wer lesen kann ist klar im Vorteil

Am Samstag läutete zeitig unser Wecker, denn wir wollten unbedingt das Treiben auf dem Hamburger Fischmarkt und die Hamburger Mentalität erleben. Nach einem ausgiebigem Frühstück im Hotel fuhren wir mit der U-bahn (Gruppenticket 2-5 Personen für 1 Tag kostet €11,80) zu den Landungsbrücken. Wir ließen uns vom Handy zum Fischmarkt navigieren, bis wir nach fünf Minuten auf einem leeren Parkplatz standen. Etwas verwirrt fingen wir den Hamburger Fischmarkt an zu googeln und stellten fest, dass dieser nicht am Samstag sondern Sonntag stattfindet. Naja was soll’s, so hatten wir wenigstens genug Zeit um die restliche Stadt zu entdecken.



Mit der Fähre (die kann mit dem HVV Ticket genutzt werden) fuhren wir auf der Elbe entlang und waren von den Kränen und Containerschiffen beeindruckt.

Beim sechsgeschossige Bürogebäude Dockland stiegen wir aus. Ein Hingucker und auch eine begehbare Sehenswürdigkeit am Elbufer in Altona. Hat man es über die 136 Treppen zur Plattform geschafft, wird man mit einem wunderschönen Blick über Elbphilharmonie, dem Hafen und die Skyline belohnt.



Nächstes Ziel war der Alte Elbtunnel. Auch diesen muss man unbedingt gesehen und durchquert haben. Der Tunnel wurde 1911 erbaut und ist heute nur noch für Fußgänger und Radfahrer zugänglich. Er verbindet die Landungsbrücken mit dem Hafengebiet in Steinwerder. Fährt man aus 24 Meter Tiefe im Hafengebiet nach Oben hat man ebenfalls eine tolle Aussicht über Hamburg.




Nach den ganzen Eindrücken die wir bereits gesammelt hatten, war es Zeit für eine Stärkung. Bereits eine Woche zuvor hatten wir einen Tisch bei Steffen Henssler in seinem Restaurant Ono reserviert. Nicht unbedingt ein günstiges Mittagessen aber für Sushi-Liebhaber ein Muss. Sogar zwei vegane Varianten standen auf der Speisekarte.



Am Nachmittag stand shoppen auf unserem Plan, dass darf für uns bei keinem Städtetrip fehlen. Dafür fuhren wir ins Schanzviertel: Hamburgs angesagtes Szeneviertel mit vielen kleinen Boutiquen, Restaurants, Cafés, einer Partymeile und einen ganz eigenen Charme. Die Schanzenstraße, Susannenstraße, Schulterblatt und Bartelsstraße bilden das Zentrum des Stadtteils, deren Boutiquen und Plattenläden zum Stöbern einladen. Es war gerade Abverkauf und so kamen die Schnäppchenjäger in uns hervor.


Am Samstagabend durfte natürlich ein Besuch auf der Reeperbahn nicht fehlen. Wenn ihr auch dort hin wollt, reserviert vor eurem Streifzug unbedingt einen Platz in Quentin’s Burger Bar. Dort gibt es die besten Burger die wir seit langem gegessen haben. Danach spazierten wir noch über die Reeperbahn und landeten schließlich im „Clouds“ - eine coole Rooftopbar am Anfang der Reeperbahn.



Tag 2: Der frühe Vogel fängt den Wurm

Wie schon am Samstag läutete der Wecker früh, um rechtzeitig am Fischmarkt zu sein. Dieses Mal nahmen wir die Fähre um an unser Ziel zu kommen. Gemeinsam mit 1000 anderen Besuchern schoben wir uns an den Verkaufsständen, an denen Kleidung, Taschen, Obst, Brot und Fisch verkauft wird, vorbei.

Um Punkt 10 läuteten die Glocken und eine Lautsprecherdurchsage forderte die Verkäufer auf ihren Verkauf zu stoppen.





Danach war es Zeit für einen Minztee und Kaffee im Strand-Pauli, einer coole Strandbar an der Alster. Ein bisschen in der Sonne sitzen tat nach dem letzten Tag wirklich gut. Nach einer ausgiebigen Pause führte uns unser Spaziergang entlang des Wassers, durch die Speicherstadt, vorbei an der Elbphiharmonie, schließlich zum Miniatur Wunderland. Die Speicherstadt zählt zum Weltkulturerbe und ist besonders nett zum spazieren gehen.




Als Abschluss unseres Hamburg Besuchs besuchten wir das Miniatur Wunderland. Wer die größte Modelleisenbahn der Welt besichtigen möchte sollte sich auf jeden Fall schon vorab ein Ticket sichern. Ich bin wirklich kein Fan von Modelleisenbahnen aber ihr könnt mir glauben auch ich fand es beeindruckend, mit wie viel Liebe zum Detail dort die Welt nachgestellt wird.



Nach 50 km die wir zu Fuß in zwei Tagen quer durch Hamburg zurück gelegt haben, können wir euch die Hafenstadt für einen Wochenendtrip ans Herz legen. Die Hamburger haben wie auch die Wiener ihren eigenen Charme, denn wir echt nett finden. Es ist eine hippe, coole Stadt in der viel geboten wird. An das Wetter im Norden müssen wir uns wohl erst gewöhnen, aber wenn in Wien Hochsommer ist, tut eine Abkühlung auch mal ganz gut.