Bunte Blätter, Pasta und Prosecco: Herbst in der Region Friaul



Die Feiertage Ende Oktober nutzen wir um dem öden Herbstwetter in Wien zu entkommen und fuhren Richtung Italien. Unser Ziel war Grado, eine der nächsten Städte mit Strand und Meer von Österreich. Die kleine Stadt in der Region Friaul kannte ich bisher nur in sommerlicher Atmosphäre. Mit meinen Eltern hatte ich fast jedes Jahr in den Sommerferien dort Urlaub gemacht und dabei die Stadt lieben gelernt. Kleinen Gassen in der Altstadt an deren Wänden die Wäsche der Einheimischen hängt, Carabinieris die in Bars Espresso trinken, Italienerinnen die in High Heels durch die Stadt radeln, gutes Essen und Prosecco gehören für mich zum Bild der Urlaubsstadt, wie auch viele Menschen und Handtuchverkäufer am Strand.


Spaziert man im Sommer durch die engen Gassen der Stadt, vorbei an den Trattorias, trifft man immer bekannte Gesicher aus der Heimat. Was ich bis zu unserm Herbstausflug bisher nicht wahrgenommen hatte, ist der Geräuschpegel und das Treiben auf den Straßen, welches im Sommer hier herrschen muss. Ich war erstaunt in einer ruhigen, fast menschenleeren und entspannten Stadt gelandet zu sein. Ungewohnt aber fantastisch! Nicht dass es mich im Sommer jemals gestört hätte, aber ich kann jedem empfehlen die Stadt mal von einer anderen Seite kennen zu lernen.




Das Hotel: Villa Venezia

Wir haben uns dieses Mal ein kleines, familiäres Hotel mitten im Zentrum ausgesucht. Die Villa Venezia liegt am Hafen und somit direkt im Zentrum. Für unseren Herbstausflug perfekt - im Sommer würde ich ein anderes Hotel wählen, da es weder Pool noch Strandzugang bietet. Das Zimmer war, wie man so schön sagt, klein aber fein und sauber. Für italienische Verhältnisse war das Frühstücksbuffet sehr ausgiebig. Es fehlte an nichts und es wurde ständig nachgefüllt. Sogar Sojamilch für mein Müsli war kein Problem. Das einzige was mich wirklich störte war der Kaffee beim Frühstück, denn es gab nur Kaffee aus dem Automaten – und das in Italien! Aber auch nicht weiter schlimm, denn so waren wir gezwungen jeden Vormittag einen Stop in einer kleine Bar für meinen Espresso einzulegen.


Restaurant-Tipps Grado:

Laura and Christian Spaghetti House

Via Gradenigo, 27, 34073 Grado GO, Italien

+39 0431 82687

Ristorante Alla Pace

D'Aosta,, Piazza Duca D'Aosta, 20, 34073 Grado GO, Italien

Ristaurante Agli Artisti

Campiello Porta Grande 2, 34073, Grado, GO, Italien

+39 0431 83081


Tag 1: Palmanova und Udine

Ein Besuch im Palmanova Outlet Village gehört für mich zu Grado einfach dazu. Das Outlet ist nicht so groß wie Parndorf aber es gibt tolle Geschäfte und man kann super Schnäppchen ergattern. Von Grado fährt man ca 25 Minuten mit dem Auto. Wir haben es gleich mit einem Besuch in Udine (weitere 30 Minuten vom Outlet) verbunden.

Wir kamen gerade in Udine an als die Siesta begann, also gab es erst mal Mittagessen und einen Aperol Spritz für uns. Einfach herrlich in der Sonne zu sitzen und das Treiben auf der Piazza San Giacomo zu beobachten. Udine ist größer als Grado und man merkt, dass hier nicht nur Touristen unterwegs sind. Von dort spazierten wir zur Piazza della Libertà und weiter zum Schloss hinauf und genossen einen wunderschönen Ausblick über die Stadt.



Parken:

Magrini

Via Luigi Magrini, 3, 33100 Udine


Restaurant:

Hostaria alla Tavernetta

Via Artico di Prampero, 2, 33100 Udine


Snack:

Cafe Beltrame,

Via Cosattini, 16


Bar San Giacomo

Piazza Giacomo Matteotti 22

33100 Udine



Tag 2: Venedig

Venedig ist die Stadt, welche die Region Friaul auf der ganzen Welt bekannt macht. Eine romantische, malerische Stadt die irgendwann untergehen soll. Wir haben unser Auto auf der Insel beim ersten Parkhaus geparkt (Tagestarif 21 Euro). Von dort sind es zu Fuß ca 20 Minuten in die Innenstadt. Für 7,50 Euro kann man mit der Fähre fahren und direkt bei der Rialtobrücke aussteigen.

Auf unserem Weg in die Stadt entdeckten wir eine kleine Kaffeerösterei, Torrefazione Cannaregio, die wir euch unbedingt empfehlen möchten! Das Geschäft oder vielmehr die Bar ist winzigklein, liebevoll dekoriert und Einheimische stehen an der Bar und genießen ihren Espresso.


Obwohl wir in der Nebensaison in Venedig waren, schoben uns die Menschenmassen Richtung Rialtobrücke. Wir möchten gar nicht wissen wie es im Sommer hier ist. Die Brücke ist eine der bekanntesten Bauwerke Venedigs. Die Brücke führt über den Canal Grande und hat eine Länge von knapp 50m. Wie auch alle anderen Touris spazierten wir darüber und knipsten Fotos. Ja, das gehört nun mal einfach dazu! Auf der anderen Seite der Brücke, vorbei an den Arkaden kommt ihr auf den Campo San Giacometto, an dem unter der Woche der Wochenmarkt aufgebaut ist. Auf der rechten Seite, am Wasser, findet ihr die Osteria Bancogiro. Dort könnt ihr kleine Brötchen, Tramezzini oder auch Pasta essen. Leider schien dort gerade keine Sonne, weshalb wir uns dieses Mal ein anderes Restaurant suchten. Auf einem Platz am Wasser wollten wir dennoch nicht verzichten und fielen somit in das Restaurant- Pizzaria Riva del Vin, direkt neben der Rialtobrücke am Wasser. Tja, Einheimische findet ihr dort nicht aber die Pizza war wirklich gut und auch preislich kann man nichts gegen das Restaurant sagen.


Nächster Stop war der Markusplatz. Nun ja gehört zu Venedig dazu und die Taubenplage dort lies mich schon bevor wir überhaupt angekommen waren in Panik versetzen. Es war dann aber halb so schlimm. Gott sei Dank kommen ja Menschen wirklich auf die irrsten Ideen um Geld zu machen und so steht Mitten am Markusplatz ein Fotograf der die Tauben füttert und Menschen im Gewirbel von den Tauben für viel Geld fotografiert. Mein Glück, denn die meisten Tauben genießen das Fotogewitter.


Zum Abschluss ging es in das Kaufhaus T Fondaco Dei Tedeschi am Fuße der Rialtobrücke. Das 500 Jahre alte Gebäude beherbergte schon einiges. Einst war es Stützpunkt für reichsdeutsche Kaufleute später dann das Hauptpostamt der Stadt. 2008 wurde das Gebäude an die Benetton Group verkauft und im Oktober 2016 ein Luxuskaufhaus eröffnet.

Im Erdgeschoss gibt es ein echt stylisches Kaffee, in dem wir eine kurze Pause einlegten, bevor wir auf das Dach stiegen. Hier haben nicht nur die Taschen, Brillen und Schmuck seinen Preis, sondern auch Kaffee und Aperol Spritz haben die bekannten Venedig-Preise.

Reserviert euch unbedingt im Vorhinein kostenlos Tickets damit ihr auf die Dachterrasse des Kaufhauses gehen könnt. Von dort aus habt ihr einen genialen Ausblick über ganz Venedig. Es ist wirklich schön, vor allem bei Sonnenuntergang.



Tag 3: Rilkeweg

Unseren vorletzten Tag wollten wir abseits der Städte, in der Natur, verbringen. Im Sommer hatten wir schon einiges von diesem Wanderweg gehört, allerdings bei 30 Grad wandern gehen muss man auch mögen. Diese Woche war das Wetter optimal für eine Wanderung auf den Klippen entlang des Meeres.

Am Vormittag bummelten wir noch entlang des Hafens und in der Innenstadt von Grado. Mittag ging es dann nach Duino, wo wir erst mal auf der sonnigen Terrasse vom al Cavalluccio einkehrten. Ein Besuch in diesem Restaurant darf bei keinem unserer "Grado Besuche" fehlen. Im Sommer kommen viele Restaurantbesucher mit dem Boot zum Restaurant und verbinden den Ausflug mit einem Badetag in der Bucht unter dem Schloss Diuno.

Die Gnocci schmecken hier besonders gut und es gibt den besten gemischten Salat. Ein besonders wichtiger Punkt bei meiner Restaurant Auswahl ;-)

Nach der Stärkung spazierten wir vom Schloss Duino den Rilkeweg entlang. Benannt ist dieser nach dem Dichter Rainer Maria Rilke, der als Gast im Schloss in Duino weilte. Rilke liebte diese Orte und fand dort seine Inspiration. Er schrieb unter anderem über diesen Ort "Hier zu sein ist wunderschön", und wir können ihm nicht widersprechen. Die Bunker und Militäranlagen aus den beiden Weltkriegen sind heute Aussichtsplattformen von denen man einen atemberaubenden Blick über den Golf von Triest hat.




Restaurant:

Ristorante Bar Al Cavalluccio Duino

Frazione Duino, 61/D, 34011 Duino Aurisina


Tag 4: Triest und Abschluss in Koper

Am vierten Tag hieß es auch schon wieder Koffer packen, denn die letzte Nacht verbrachten wir in Koper/ Slowenien, wo sich eines unserer Lieblingsrestaurants befindet. Klar dass wir dort hin müssen wenn wir in der Nähe sind. Auf dem Weg von Grado nach Koper kommt man in Triest vorbei. Eine typische italienische Stadt, die sowohl für Kulinarik- wie auch für Shoppingliebhaber einiges zu bieten hat. Parken kann man direkt am Hafen oder im Parkhaus Tronchetto. Wer am Hafen parkt, ist direkt im Zentrum und wird vom Piazza dell’Unità d’Italia, dem Hauptplatz der Stadt in Empfang genommen.



Der Platz ist unglaublich groß und wird an drei Seiten von barocken und neoklassischen Gebäuden umsäumt. Die vierte Seite richtet sich direkt in Richtung Meer. Ein wunderschöner Platz, dessen Gebäude doch etwas an Wien erinnern. Kein Wunder, die italienische Hafenstadt hat mal zu Österreich gehört. Hat man den Platz überquert, findet man schon die ersten Shoppingmöglichkeiten und zahlreiche kleine Bars in denen Italiener ihre Espresso schlürfen und kleine Snacks essen. Wir finden Triest wunderschön, richtig italienisch und es wirkt weniger touristisch als alle anderen Städte die wir in dieser Woche besucht haben.

Einen Besuch wert, ist auch die Markthalle Eataly, direkt am Hafen. Ein exklusiver Supermarkt in dem italienische Spezialitäten gekauft werden können. Die Markthalle bietet aber auch Plätze in denen mit Blick aufs Meer gegessen und getrunken werden kann.


Den kulinarischen Abschluss und Highlight unserer Reise war in Koper im Restaurant Okus. Von außen ist das Restaurant sehr unscheinbar und man möchte nicht ahnen was sich dahinter verbirgt. Das Restaurant wird von dem gebürtigen Österreicher Jan Aigner, der unter anderem aus der TV-Show „The Taste“ (2014) bekannt ist und seiner Lebensgefährtin Andrea Gredisnjak betrieben. Der Abend im Okus war der kulinarische Höhepunkt unserer Reise. Nach einer Woche Pizza Marinara und Spaghetti al Pomodoro bestellte ich Fenchelsalat mit Orangen, hausgemachte Ravioli und mein persönliches Highlight die Bananen- Nuss Tarte. Gaumensex kann ich euch sagen!



Am nächsten Tag spazierten wir noch durch die Altstadt von Koper bevor es wieder zurück nach Wien ging.

Nicht nur Italien-Fans können wir abseits der Hauptsaison eine Reise nach Friaul empfehlen. Der perfekte Ort um ein paar entspannte Tage zu verbringen.



Restaurant:

Restavracija Okus


Kolodvorska cesta 2, 6000 Koper - Capodistria, Slowenien

+386 31 642 647