5 Gründe für Bahrain abseits von Formel 1




Bahrain, so unbekannt und dennoch berühmt: zugegeben vor dieser Reise hatte auch ich den kleiner Inselstaat, am Rande der arabischen Halbinsel, nie als Urlaubsort in Betracht gezogen. Zu unrecht! Fast jeder dem ich von meinem Urlaubsplänen über die Osterferiertage erzählte, verband meinen Aufenthalt mit einem Besuch beim Autorennen. Ach ja, da war ja was - aber keineswegs ein Grund für uns Bahrain als Urlaubsdomizil auszuwählen.


In den Jahren zuvor, verbrachte ich die Osterferien gemeinsam mit meiner Familie in Dubai oder Abu Dhabi und bin dabei ein großer Fan der Arabischen Emirate geworden. Anfang April bieten sie optimale Bedingungen um einen Badeurlaub mit Sightseeing zu verbinden. Die unglaublichen Bauwerke, die mitten in der Wüste stehen, lassen mich jedes Mal wieder mit offenem Mund durch die Straßen spazieren. Dazu aber ein anderes Mal.



Ich kam mit sehr wenig Vorstellung, darüber was mich in Bahrain erwartet, an. Reiseführer gibt es kaum und auch im Internet ließt man, außer zur Formal 1 relativ, wenig. Trotz alle dem hatte ich ein Bild, dass ich mir aus Dubai und Abu Dhabi geschaffen habe, vor Augen. Gigantische Hochhäuser, Luxus, beeindruckende Malls, Touristen wohin man sieht, verbunden mit arabischem Flair, einer anderen Kultur und einem strengen Glauben. Schon im Taxi vom Flughafen in unser Hotel merkte ich, dass ich mir ein anderes Bild aufgebaut hatte, als es wirklich war. Keineswegs negativ gemeint! Bahrain wirkte schon auf den ersten Blick anders und weit nicht so bombastisch wie ich es aus Dubai und Abu Dhabi kannte. Wie sich nach einer Woche zeigte, ist Bahrain zwar anders als erwartet, aber es gibt trotzdem genug Gründe es als Urlaubsland zu lieben.



Wenig Touristen

Im Gegensatz zu den vereinigten Emiraten kommen sehr wenige europäische Touristen auf die Insel im persischen Golf. Die meisten Besucher reisen mit dem Auto oder dem Taxi über eine Brücke aus Saudiarabien an. Bahrain wird nicht nur von den Einwohnern als besonders weltoffen beschrieben, sondern man merkt es auch, vor allem als weiblicher, Tourist. Die strikten Kleidervorschriften und das Alkoholverbot, welches wir aus vorherigen Urlauben gewohnt waren, gibt es hier nicht. Das wissen und nutzen auch die Saudis und Einwohner der Emirate. Sie kommen um die Eltern zu besuchen, Lust auf Schweinefleisch und Alkohol oder um einfach Party zu machen und das Wochenende zu genießen.

Europäische Touristen, bzw Touristen wie wir sie kennen trifft man kaum am Strand und auch nicht beim Sightseeing.



Traumhafte Strände

WOW! In Bahrain verstecken sich wahre Wunder. Traumhafte, leere, kilometerlange Strände mit weißem Sand. Selten habe ich solch traumhafte Sandstrände und Buchten gesehen, in denen man beinahe alleine ist. Glitzernde Muscheln liegen verteilt am Strand und man fühlt sich wie ein Kind, wenn man automatisch anfängt sie aus dem Sand zu heben.

Der Blick von der Liege fällt auf die Skyline von Bahrain, welche sich im türkis-blauem Wasser spiegelt. Ein seltsame, aber dennoch beeindruckende Kombination.



Sightseeing in Manama

Manama ist die Hauptstadt des Königreichs Bahrain und schon seit der Antike ein wichtiger Handelspunkt. Heute ist die Hauptstadt ein wichtiges Bankenzentrum und während der Formel 1 ein wichtiger Touristenhotspot. Außerhalb des Stadtkerns finden sich etliche, stark klimatisierte Shoppingmalls die eine Abwechslung zur arabische Altstadt mit seinem typischen Souk bieten.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Bahrain finden sich ebenfalls in der Hauptstadt. Der Gold Souk, Architekturdenkmäler, Museen und Moscheen. Das Nationalmuseum Beit Al Qur'an zeigt eine große Sammlung der Ausgaben und Manuskripte vom Koran und einzigartigen Muster der Holzschnitzerei.

Besonders sehenswert ist auch die Moschee Al-Fateh, welche mit dem mehrfarbigen mosaikartigen Minarett verziert ist. Es ist größte islamische Gebetshaus des Landes und zählt weltweit zu den größten Moscheen.

Als die Moschee erbaut wurde sollte unter anderem, eine Brücke aus Verständnis und Zusammenarbeit zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen entstehen. Daher ist es auch Nicht-Muslimen gestattet, die Moschee zu betreten. Eine Tour ist hier empfehlenswert und gibt Einblicke in den muslimischen Glauben und das Gebetshaus.



1000 und eine Nacht

Durch das Bab Al Bahrain betritt man die traditionelle Altstadt und ein Labyrinth von Gassen, dem Manama Souk. Von der Decke hängen goldene Dekorationen und an den Holzfassaden leuchten bunte Lämpchen. Der Duft von orientalischen Gewürzen liegt in der Luft und man fühlt sich wie in 1000 und einer Nacht. Aus den Auslagen funkeln Juwelen und der von gelbgoldener Schmuck. Der Souk wurde auf die Bedürfnisse der Einheimischen abgestimmt und man findet hier kaum Touristen und wird demnach von den Händlern auch nicht angesprochen. In aller Ruhe kann man hier durch die Gassen bummeln und das Treiben auf sich wirken lassen.



Die Zeit steht still

Doch so ähnlich und dennoch so unterschiedlich, sind Dubai und Bahrain, weshalb ich mich immer zu einem Vergleich hinreißen lasse. Dubai pulsiert - es ist eine Großstadt: laut, schnell und furchtbar hektisch. Bahrain bietet ein Kontrastprogram und lädt zum bummeln und träumen ein. Stress sollte zuhause bleiben, den in hier ticken die Uhren langsamer. So kann man den Urlaub und die freie Zeit richtig genießen!

Obwohl die Zeit in Bahrain beinahe still steht, verging die Woche wie im Flug und ich kann das Land, abseits der Formel 1 Zeit, sehr als Urlaubsort empfehlen.