• Manuela & Thomas

10 Dinge die wir an Wien vermissen werden


In den letzten Jahren in denen wir in Wien gelebt haben, haben wir die Stadt lieben gelernt- mit all seinen Facetten. Diese Woche haben wir Wien und unser Leben hinter uns gelassen. Mit etwas Wehmut aber viel Vorfreude ging am Mittwoch unsere Reise in einen neuen Lebensabschnitt im Norden Deutschlands los. So sehr wir manchmal über die Hauptstadt geschimpft haben, so sehr werden wir manche Dinge vermissen, da sind wir uns ganz sicher. Es sind kleine Dinge die Wien mit sich bringt, an die wir uns gewöhnt haben und die für uns selbstverständlich geworden sind.

Das Riesenrad

Das Riesenrad hat, nicht nur weil wir es täglich auf dem Nachhauseweg sehen, für uns eine große Bedeutung. Nein, wir treiben uns nicht ständig wie Touris im Würstelprater herum, sondern weil es zum einen ein Wahrzeichen Wiens ist und jeder von uns zahlreiche Erinnerungen damit verbindet.

Als Kind fuhren wir einmal im Jahr von Oberösterreich nach Wien zum Riesenrad. Dass ich so gerne damit fahre, obwohl mir die Höhe jedes Mal wieder Unbehagen bereitet, habe ich, so denke ich zumindest, anerzogen bekommen. Meine Oma liebt Riesenräder. Egal wie hoch und egal wo. Demnach habe ich als Kind zahlreiche Riesenradfahrten absolviert.

Um so schöner, dass wir eines unserer ersten Dates in schwindelerregender Höhe hatten. Jedes mal wenn wir daran vorbei spazieren denken wir glücklich daran zurück.

Mürbe Kipferl

Warum gibt es in keiner anderen Stadt Mürbe Kipferl? Also nicht sporadisch sondern täglich? Wir lieben sie so sehr zum Frühstück und kaum in einem anderen Bundesland in Österreich gibt es sie. Geschweige denn über die Grenzen hinaus.

Mürbe Kipferl sind aus Semmelteig und sind seit unserer Kindheit langsam auf den Vitrinen der heimischen Bäcker verschwunden. Nur in Wien gibt es bei jedem Bäcker und an jedem Tag die halbmondförmige Backware.

Kaffeehaus sitzen und Sachertorte essen

Wiener sitzen nur in Kaffeehäusern um Sachertorte oder Schnittlauchbrot zu essen. Eines unsere liebsten Klischees über Wiener. Vielleicht einfach weil wir es selber lieben. In keinem anderen Land schmeckt die Sachertorte so gut wie in Österreich und in keiner anderen Stadt bekommt man Schnittlauchbrot oder trinkt man Melange. Nur in Wien kennt man den Unterschied zwischen Melange und Cappuccino. Der milde Kaffee mit einer dezenten Menge an Milchschaum macht uns jeden Morgen glücklich.

Die Hitze

Fast ein Jahrzehnt habe ich am oft so genannten heißesten Ort von Österreich gewohnt. Keine Woche, in keinem Sommer, verging, an denen der der Radiomoderator die Vorgartenstraße nicht zum wärmsten Ort Österreichs kürte. Schlafen ist unmöglich und in einer unklimatisierten U-bahn zu fahren lebensgefährlich. So sehr wir uns jeden Sommer darüber beklagt haben so sehr werden wir den Wiener Sommer in Hamburg vermissen.

Warme Sommerabende im Schanigarten

Um der Hitze in den eigenen vier Wänden zu entfliehen, bietet Wien zahlreiche Möglichkeiten. An einem lauen Abend sitzt beinahe ganz Wien in seinen Schanigärten. Gemütlich mit Freunden die heißen Tage mit einem Achterl ausklingen zu lassen wird uns fehlen.

Überfüllte Supermärkte und Sonntag am Praterstern

Einkaufen in Wien ist Fluch und Segen! Ich schätze es jeden Sonntag an dem mich Gelüste oder Heißhungerattaken überkommen, dass in Fußnähe ein Billa täglich bis 22 Uhr geöffnet hat. Aber warum machen Leuchte dort Sonntags ihren Wocheneinkauf? Und nicht nur eine Familie, sondern es scheint als ob halb Wien sich mit ihren Einkaufswägen durch die Filiale am Praterstern schiebt und wir dazwischen mit einer Box Vanilleeis untergehen.

Man bringe den Spritzwein...

...zu jeder Tages und Nachtzeit und in allen möglichen Variationen. Danke an den Bürgermeister von Wien der im Anschluss an die Koalitionsgespräche, diesen Satz legendär gemacht hat. In Wien gilt das Motto: ​„Die Wissenschaft hat festgestellt, das Wasser uns am Leben hält. Es muss nicht immer Wasser sein, im Notfall trinken wir auch Wein.“

Einfach Lebenswert

2017 wurde Wien zum achten Mal in Folge als die Stadt mit der höchsten Lebensqualität ausgezeichnet. Und zwar verdient wie wir finden.

Zwidern und Sudern

Sudern gehört in Wien zum guten Ton. Wiener beklagen sich einfach gerne, meinen es aber nicht böse. Es ist mehr ein Befreiungsschlag der Wiener und ich muss mich selbst an der Nase nehmen. Sudern und Zwidern kann ich richtig gut. Egal über was! Liebe Hamburger macht euch gefasst auf uns :) Probiert es aus, danach geht es den Wienern einfach besser.

EUCH!

Eigentlich sollte dieser Punkt ja als erstes stehen, aber das würde die Spannung nehmen. Also das wichtigste zum Schluss.

Unsere Familien (Mamas, Papas, Brüder, Cousinen, Cousins, Tanten, Onkel, Omas und Opas und vorallem Nik & Luk) und unsere Freunde werden wir wohl am meisten vermissen.

Um nur mal schnell Hallo zu sagen müssen wir zukünftig fast 1000 km Weg zurücklegen und wenn wir euch spontan zu spontan zum Kaffee einladen ist dieser wahrscheinlich kalt bis ihr hier seid. Wir werden täglich an euch denken und euch schrecklich vermissen. Trotzdem freuen wir uns auf unsere Zeit in Hamburg und auf die neuen Herausforderungen.

Wien du wirst uns fehlen, mit all deinen Ecken und Kanten!

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